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Stein am Rhein - Schaffhausen

Vorgesehen war, dass ich auf dieser Tour nicht dabei gewesen wäre. Manchmal kommt es anders als man denkt. So auch heute, 14.2. Ich durfte als Gast an meiner Wanderung teilnehmen, die von Bernadette vorzüglich geleitet wurde. 
In Stein am Rhein gabs Kaffee und Gipfeli zur Einstimmung, im Café Walz, wir schauten uns die mittelalterlichen Fachwerkhäuser an, mit den Fassadenmalereien. Über dem Städtchen, auf einem Hügel, sitzt die Burg Hohenklingen, als Wahrzeichen von weither sichtbar.
Um halb zehn zogen wir los, zwölf Wanderinnen und Wanderer, dem linken Rheinufer nach, Richtung Schaffhausen. Bis Stein am Rhein reicht der Untersee und das Gewässer wird dann wieder zum Strom.
Der Uferweg ist abwechslungsreich, mal breit, mal schmal, führt über Wiesen und durch Wald und steppige Uferlandschaften und bietet immer wieder schöne Blicke auf den Rhein. Das Wetter spielte auch mit, die Vögelein sangen, die Enten und Schwäne und andere Wasservögel waren auf Futter- und Partnersuche, der Frühling spürbar an allen Ecken.
In Diessenhofen begrüsste uns der Hänkiturm. Der Hänkiturm wurde 1391 als Geschützstellung direkt am Rhein gebaut. Ab 1616 diente er als Gefängnis. 1828 erwarb Heinrich Hanhart den Turm, stockte ihn auf und richtete für seine Stofffärberei eine hölzerne 'Tröcknestube' mit Kragdach ein. Nachdem das Gebäude seit 1880 leer gestanden war, wurde es 1947 durch die Stadt restauriert.

Eine andere Sehenswürdigkeit von Diessenhofen folgte sogleich. Die alte, hölzerne Rheinbrücke, zwischen Diessenhofen und Gailingen am Hochrherin.

1292 wurde sie das erste Mal urkundlich erwähnt. 
1542 beschädigte Hochwasser die Brücke stark. 
1667/68 wurde die alte Brücke durch eine neue ersetzt. 
1799 wurde die Brücke durch eine russische Armee unter General Korsakow auf dem Rückzug zerstört. 
1801 wurde eine Notbrücke gebaut. 12 Jahre später stürzte ein Teil davon ein. 
1814-1816 wurde die heutige Holzbrücke gebaut. 
1944 wurde die Brücke schwer beschädigt, durch amerikanischen Bombenabwurf. Der nördliche Brückenkopf musste neu aufgebaut werden. 

Der Verkehr rollt bis heute einspurig und ohne Lichtsignal über die Holzbrücke.

Eine Spezialität der Brücke ist das Fallgatter, aus Stahl, das 1937 an der Decke angebracht wurde. Es war gedacht als erste Verteidigungslinie gegen deutschen Einmarsch, als Vorstufe der Brückensprengung.
Das Gatter konnte mit einem Seil und einer Kurbel heruntergelassen werden. Heute ist es an der Decke festgeschraubt, zur Sicherheit.
Schon bald erreichten wir einen schönen Picknickplatz am Rhein, vor der heutigen Rehaklinik St. Katharinental, das zur Gruppe Spital Thurgau AG gehört.
Nach wenigen Schritten folgte das Café Katharinental, mit Kaffee und Kuchen, eine ideale Dessert-Location, ebenfalls direkt am Rhein.
Jetzt folgten Flurnamen wie Brunestube, Galgenacker und Mörderbuck, dann vom Schrecken zur Freude, die Verlobigsbucht, der Affebomm und das Altparadies. 
Vom Altparadies führte uns der Hafenmeister und Fährimaa, Herr Werner, mit seiner Alu-Fähre sicher und elegant in einem Bogen auf die nördliche, deutsche Seite des Rheins. In einer knappen Stunde waren wir bereits in der lieblichen Altstadt von Schaffhausen. Die Zeit reichte perfekt für einen Drink, bevor uns der Zug am Rheinfall vorbei wieder nach Zürich und Basel brachte. (Am 11. Dezember 2024 wandern wir ganz nahe am Rheinfall vorbei, von Schaffhausen nach Rheinau).
Nochmals vielen Dank an Bernadette für den spontanen Einsatz und allen herzlichen Dank für den schönen Tag zusammen. EB. 
Fotos: BHu, KS, MW, EB