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Rimpfischhorn und Alphubel

Zwei 4000er bei schwierigen Bedingungen

Am Freitag brachte uns das Taxi von Täsch bis nach Eggstadel. Ab da konnten wir in knapp einer Stunde mit Ski der schneebedeckten Strasse bis zur Täschalp folgen. Hier aber war “fertig lustig”: Mit schwerem Gepäck (Ski und Skischuhe zusätzlich zum Hochtourenmaterial) mussten wir die letzten 500 Höhenmeter zu Fuss meistern. Rita, die neue Hüttenwartin, begrüsste uns herzlich mit feinem Kuchen, als wir auf der Hütte ankamen. Sie war in ihrer ersten Saison. Ursprünglich war das anspruchsvolle Rimpfischhorn erst für den zweiten Tag geplant, nach dem Alphubel als Trainingstour. Da für den zweiten Tag eine Wetterverschlechterung angekündigt war, stellten wir das Programm um. Wie sich später herausstellte, war das ein weiser Entschluss. Nach der Tagwache um 4:30 Uhr verliessen wir bei prächtigem Sternenhimmel die Hütte. In etwa vier Stunden erreichten wir den Einstieg in die Felsen des Rimpfischhorns auf rund 4000 Metern Höhe. In zwei Seilschaften, mit Pickel und Steigeisen bewehrt, machten wir uns an den Gipfelaufbau. Rasch wurde deutlich: Heute waren die Verhältnisse eher garstig. Das normalerweise mit Schnee gefüllte Couloir hatte kaum Schnee, sodass wir uns vorsichtig auf plattigen Felsen hinauftasten mussten. Im oberen Teil folgte eine schöne, ausgesetzte Kletterei im festen Fels. Ein scharfer Firngrat führte auf den schmalen 4198 Meter hohen Gipfel. Beim Abstieg zahlte es sich aus, dass das 4er-Team aus erfahrenen Bergsteigern bestand. Wir seilten flüssig fünf mal über 40 Meter ab bis zum Skidepot. Die Abfahrt zur Hütte war grandios: Der weiche Schnee ermöglichte genussvolle Schwünge vor einem prächtigen Panorama. Am nächsten Tag zeigte auch der ansonsten so harmlose Alphubel seine Zähne. Die gesamte Gipfelmulde war hart gefroren. Wie alle anderen Anwärter mussten auch wir Steigeisen montieren und die Ski am Rucksack befestigen, was hier äusserst selten nötig ist. Nach der Gipfelrast erwartete uns in einem Mix aus Sonne und Wolken eine wahre „Härteprüfung“: Der Schnee war hart, verfahren und deckelig zugleich. Als wir die rettenden, schön planierten Pisten bei der Längfluh erreichten, feierten wir das Überstandene gleich mit einer grösseren Rast. Nach einer entspannten Abfahrt über butterweiche Pisten hinab nach Saas Fee liessen wir die drei intensiven Tage auf einer Restaurantterrasse mit einem feinen Essen ausklingen.

Fotos: Alle; Text: Markus

Im Team: Markus & Tomaz (Leitung), Rainer (zukünftiger TL Sommer), Peter (ehemaliger TL)

Hier gehts zu allen Fotos und Filmchen:

https://photos.app.goo.gl/QpNtomZFA3T4j7Dv6