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2025-07-08 Bleniotal - Sosto und Via Alta Carassina

Tag 1: Olivone – Sosto – Adula Hütte CAS

Im Zug 5.45 Uhr ab Basel kommen wir um 9.50 Uhr in Olivone (905m) an. Eric und Daniel mussten leider kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen. Da waren’s nur noch vier! - Das von mir geplante Kaffee ist in der Zwischenzeit geschlossen. Dafür öffnet sich für uns der Garten der «Casa Lucomagna» (ein absoluter Geheimtipp zum Übernachten). Vor dem Start trinken wir gediegen unseren Kaffee. Um 10.30 Uhr geht’s los. Zuerst flach und dann steiler durch schattigen Wald über Garnàira in Richtung Passo Muazz (1697m). Der Schweiss läuft uns an diesem heissen Sonntag nur so runter. Auf dem Passo am Fusse des Sosto kühlt uns ein kleines Windchen. Nach einer Pause geht’s um 13.30 Uhr die letzten 550Hm auf den Sosto. Auf einem zuerst kaum sichtbaren Pfad durchwegs sehr steil hoch durch ein botanisches Paradies: Glockenblumen, Alpenastern, Feuerlilien, Bergnelken und Felder von Feuerlilien, um nur einige zu nennen. Nach 50Min. sind wir bei der Einstiegsstelle. Der Zustieg ist in der Zwischenzeit mit blauen Markierungen bezeichnet und besser begehbar als früher. Da das Gelände sehr abschüssig ist, sind wir froh über diesen «neuen» Komfort. Nach weiteren 10 Min. stehen wir auf dem grasigen Grat (Pt. 2221m), der nach Süden hin ins «Nichts» zu führen scheint. Nach wenigen Minuten auf dem Grasgrat gegen Süden kommt das Gipfelkreuz nach ca. 100m am Ende eines steinigen Rückens ins Blickfeld. Von dort ein grandioser Tiefblick auf Olivone, das Bleniotal sowie im SE unsere morgige Route, die Via Alta Carassina.

Den Abstieg (14.30 Uhr) nehmen wir direkter über den NE Grat. Zur Absicherung montiere ich an zwei Stellen ein Fixseil, was sich als hilfreich erweist. Der danach gleich gewählte Abstieg wieder zurück zum Depot auf dem Pass Muazz (1697m) fällt uns durch das Blumenmeer leicht. Dort angekommen, bereiten wir uns auf den wohl sehr heissen Zustieg zur Hütte durchs Val Carassin vor. Die leckeren Erdbeeren von Brigitta und die bio-dynamischen Pfirsiche von Maja stärken uns für den Hüttenweg. Trotz grosser Hitze wandert die Gruppe in zügigem Tempo diszipliniert an den schönsten Badeplätzen vorbei. So gelangen wir wie geplant knapp 2 Stunden später um ca. 18.00 Uhr auf die Hütte (2’020m). Dort leeren wir literweise alkoholfreies Radler und Apfelmost sowie Schorle in uns hinein. Auch die Mücken scheinen diesen gastfreundlichen Ort zu lieben. Antibrumm und Fenistil sind fleissig im Einsatz. Das in der zweiten Saison tätige Hüttenteam erleben wir als absolut zuvorkommend. Wir sind begeistert von der authentischen Küche. Als Starter die wunderbarste Randensuppe der Welt!

Tag 2: Via Alta Carassina

Die Via Alta ist seit ca. 10 Jahren zur Überschreitung bezeichnet und eingerichtet worden. Inzwischen hat sie im Tourenportal Einzug gefunden, wird jedoch sehr wenig begangen. – Um 6.00 Uhr Frühstück, um an diesem Tag der Hitze aus dem Weg zu gehen. Die angekündigte instabilere Wetterphase hat sich bereits um 5.30 Uhr mit Donnerrollen angekündigt. Die App verspricht sicher ab 09.00 Uhr besseres Wetter. Bis dann wenig Niederschlag. Die Gewitter ziehen weiter nördlich weg. Nach einem gemütlichen Frühstück entschliessen wir uns, um 7.15 Uhr zu starten. – Auf schmalen abwechslungsreich angelegten Pfaden mit grandiosen Tiefblicken ins Bleniotal erreichen wir nach knapp 2 Std. den höchsten Gipfel der Überschreitung, die Cima di Pinadee (2’467m). Im Aufstieg ab und an leichter Regen und Nebelschwaden. Auf dem Gipfel ist abzuschätzen, dass das Wetter immer besser werden wird. Nach einer Pause auf dem Pinadée geht’s in Blockgelände (die mit feuchtem Dreck gefüllten Sohlen bieten wenig Halt) in die nächste Senke, um weitere Gipfelchen zu überschreiten oder zu umgehen. Heikle Stellen sind mit Drahtseilen und Hagraffen abgesichert. Reto orientiert uns wiederholt über die schwierigste Schlüsselstelle, welche wir erst nach dem letzten Gipfel, der Cima Sgiu, auffinden sollen. Die Spannung steigt. Ich selbst habe diese Stelle nicht mehr präsent. Nach einer ausgiebigen Pause auf der Cima Sgiu (2’375m) nehmen wir um 12.30 Uhr den Abstieg zum Lago di Carassina in Angriff. Schon bald treffen wir auf die lang angekündigten Schlüsselstellen über einen abwärts gerichteten exponierten Felsgrat. Gute Griffe und Absicherungen erleichtern uns die Passage, welche Konzentration, Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit erfordert. Nach knapp einer halben Stunde der Kraxelei stossen wir auf den Pfad, der uns steil auf verwunschenen schmalen Pfaden durch Lächerwälder zum Lago di Carassina führt (1’705m). Ankunft kurz nach 14.00 Uhr. Dort tauchen wir ins lang ersehnte kühle Nass. Zumindest ICH habe am Vortag das Badeverbot übersehen. Abgekühlt und frisch gestärkt, nehmen wir die letzte etwas weniger attraktive Strecke zum Lago di Luzzone und nach Aquilesco zum Bus in Angriff. Der Fahrplan bringt uns ins Rätseln, aber fluggs steigen wir kurz nach 16.30 Uhr in den Bus nach Ghirone (ob Olivone). Der dort angebrachte Brunnen kühlt die Füsse und füllt die Flaschen bis uns einer weiterer Bus nach Biasca bringt. Geplant ist eine Rückreise im Speisewagen ab Bellinzona. Nach einschlägigen Erfahrungen mit unbedienten Speisewagen rate ich der Gruppe trotzdem den kurzen Aufenthalt in Bellinzona zum Einkauf zu nutzen. Gesagt getan. Der Zug wird mit zwei Speisewagen ausgerufen. Im Speisewagen Sektor E erwarten uns mit Tischtüchern bedeckte Tische. Die mit einem Rollladen verschlossene Theke lässt jedoch nichts Gutes erahnen. WIR sind ja gut versorgt. Andere Gäste sind irritiert und durstend und halten die Zugsbegleiterin auf Trab. Im Zug ohne Halt bis Arth Goldau kann eben nicht in den vorderen Speisewagen gewechselt werden. Zum «Trost» erhalten wir einen Kaffeegutschein für Fr. 6.—. Um 19.15 Uhr ist in Arth-Goldau für Ueli und mich bereits Abschied angesagt. DANKE für alles!

Flink und fit dabei waren Claudia S., Reto R., Maja Sch. und Ueli M..

Für den Bericht: Brigitta Tschudin