Tourenbeschrieb Bertolhütte-Tête Blanche & Tête de Chavannes
Freitag bei warmer Witterung in 5 h inkl. einigen Pausen von Arolla Postautostelle Magine zur Cabane Bertol. Auf etwa 2140 müM, wo der Hüttenweg merkbar ansteigt, wurde der folgende Wegabschnitt gesperrt, und ca. 1.2 km in die Talsohle über Schotter und Steine, gut blau markiert, Richtung Mont Collon verlegt, und von dort in einer Schlaufe über die Moräne hinauf verlegt, zur Fortsetzung auf dem bestehenden Hüttenweg auf etwa 2360 müM. Die letzten 200 Hm über Schneehänge, Bergweg blauweiss, Schotter- & Fels-Flanken hinauf, mit roten Fähnchen gut markiert, sehr gut abgesichert mit fixen Bergseilen, Stahlseilen, Leitern, und Stahlbügel-Stufen, T4. Super Aussicht von der exponiert gelegenen Hütte, 3311 müM, gemütlicher Essraum, Schlafplätze in den beiden Geschossen unter Eingang-Esssaal-Küche. Nur etwa 20 Gäste in der Hütte.
Samstag bei etwas (zu)warmer Witterung 05:00 Uhr, Stirnlampen ausgeschaltet, von der Hütte los, stiegen wir auf der Westseite der Hütte über Stahlleiter und gesicherte Wegspuren hinunter zum Glacier Mont Miné, seilten an, 5-er Seilschaft an 8mm Gletscherseil (50 m Länge). Der Himmel, nach recht klarer Sternen-Nacht war anfangs von Wolkenfetzen leicht bedeckt, später kam überraschend schnell auf der Höhe von knapp 3500 müM dichter Nebel, so dass wir die zwischendurch nicht verfolgte Aufstiegsspur, knapp sichtbare Steigeisenspuren einer 5-er Seilschaft vor uns, suchten und zum Gipfel verfolgten. Nach knapp 3 h gelangten wir durch die vorwiegend sanft geneigte Gletscherlandschaft zur Tête Blanche, 3710 müM, gute 500 Hm Aufstieg. Während der Gipfelpause riss der Himmel mehmals auf und liess uns die imposante Aussicht auf die Walliser 4000 er und Wolkentürme dazwischen bewundern. Es windete kühl. Wir stiegen nach 3/4 h wieder ab. Derweil verschwand der Nebel, die Sonne wärmte ohne dass der Schnee sehr weich wurde. Wir unternahmen einen Abstecher und stiegen in guter halbe Stunde 120 Hm hinab und erneut hinauf auf den 40 Hm niedrigeren, unverspurten Nachbargipfel, Tête de Chavannes, zum Schluss ca. 10 Min im einfachen Fels zum Gipfel. Dann folgte bei prallem Sonnenschein der gut 4 km lange Abstieg über den spaltenarmen, sanften Gletscher, ohne grosses Einsinken, mit Gegenanstieg und zum Schluss wieder etwa 60 Hm Schotterweg und mit Stahlleiter begehbar gemachte Felswand hinauf zur Hütte, 1 h 40 Min vom Mittagspausen Platz an der Tête de Chavannes, insgesamt etwas über 7 h auf die beiden Gipfelziele und zurück. Von der Bertolhütte 3 h Abstieg über den abwechslungsreichen Weg, 1350 Hm, ca. 8 km zurück zur Haltestelle Arolla Magine. Um 16:18 Uhr Beginn der fast 5-stündigen Heimreise, davon erster Teil in sehr heissem Postauto.
Trotz warmer Nacht, gute Verhältnisse auf dem Gletscher, nur einzelne kleine Gletscherspalten vorgefunden und nur selten mehr als 10-20 cm eingesunken; flacher Gletscherteil am Morgen etwas mühsam zu traversieren wegen den zahlreichen "Hügelchen" d.h. harte, Fussgrosse Firnkuppen anstatt homogener Oberfläche und fehlende, breite, gut sichtbare, Spur. Dank leichtem Wind nie unangenehm heiss, auf dem Gipfel etwas zu stark kühlender Wind.
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